ILWEA-BLOG 2019 - Homepage Frankenlandschule

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ERASMUS +
ILWEA-Projekt
Blog-Tagebuch zum 6. Englandpraktikum
 
Intercultural learning and work experience for apprentices
Interkulturelles Lernen und Berufserfahrung für Auszubildende

Die 6. Erasmus+ Mobilität Frankenlandschule bietet auch dieses Jahr interessierten Schülerinnen und Schülern der Berufsschule die Möglichkeit Auslandserfahrung im Rahmen ihrer Berufsausbildung in Guildford, England, zu sammeln. Neun Schülerinnen und Schüler der Berufsschule der Frankenlandschule sowie eine Schülerin der Zentralgewerbeschule Buchen starten am Freitag, 22. März 2019 für einen dreiwöchigen Aufenthalt nach England. 
Mit Praktikum, Sprachkurs und Exkursionen erwartet die ProjektteilnehmerInnen ein abwechslungsreiches Programm, während dessen sie Land und Leuten, die Sprache und nicht zuletzt die englische Arbeitswelt besser kennenlernen. Betreut wird das Projekt in diesem Jahr in Guildford vor Ort von Projektleiterin Frau Müller und einer weiteren Lehrkraft der Frankenlandschule in Zusammenarbeit mit dem International Centre des Guildford College. Das Projekt wird durch das Programm Erasmus+ Berufsbildung der Europäischen Union finanziell gefördert, sodass hiermit ca. zwei Drittel der Kosten für Aufenthalt und Programm abgedeckt werden. Am 19. Januar, 2. und 16. Februar sowie am 16. März trafen sich die ProjektteilnehmerInnen mit dem Organisationsteam vormittags an der Frankenlandschule zur Erstellung der Bewerbungsunterlagen für die Praktikumsplätze in England sowie für eine sprachliche und kulturelle Vorbereitung, um einen eventuellen Kulturschock zu minimieren.

Im nachstehenden Blog berichten sie täglich von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Guildford vom 22. März – 14. April 2019.


Freitag, 22. März 2019: Abreise nach Guildford
Abflug 16 Uhr ab Frankfurt/Main nach London-Heathrow - so spät sind wir noch nie im Rahmen des ILWEA-Projekts in Richtung England gestartet. Dennoch verließen die ersten bereits morgens mit mehr oder weniger Reisefieber kurz nach 9 Uhr das Haus, um sich auf eigene Faust mit Bahn oder Fahrgemeinschaft zum Flughafen zu begeben. Treffpunkt war für 13:30 Uhr am Flughafen ausgemacht, um ausreichend Zeit für Check-in und Security zu haben, was wohl dazu beitrug, dass alle zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ILWEA-Projekt waren überpünktlich vor Ort waren! Die ersten beiden Englandreisenden traf ich bereits im Burger King am Fernbahnhof. Wie sich später herausstellte, waren sechs weitere zeitgleich beim Burger King im Flughafen, um sich vor dem Abflug ebenfalls nochmals zu stärken. Der Gruppen-Check-in bei der Lufthansa klappte sehr zügig, im gleichen Tempo ging es auch durch die Security. Somit blieb noch eine Stunde bis zum Boarding, die jeder individuell im Gatebereich verbringen konnte. Die Flugzeugtüren schlossen pünktlich um 16:00 Uhr und eine Viertelstunde später waren wir schon in der Luft. Wie sich später herausstellte, gerade noch rechtzeitig, da eine knappe Stunde später der Frankfurter Flughafen wegen Drohnensichtung kurzfristig gesperrt werden musste. Kurz vor der geplanten Ankunftszeit landeten wir trotz mehreren Warteschleifen über London überpünktlich auf englischem Boden.
Kurz darauf meldete sich schon das Taxiunternehmen per WhatsApp, das uns nach Guildford bringen sollte. Um dessen Wartezeit kurz zu halten, beeilten wir uns, durch die Immigration und zum Gepäckband zu kommen, wo es zu einer kurzen Verzögerung kam, da unsere Koffer seltsamerweise auf Band 4 kreisten, obwohl sie auf Band 3 angekündigt waren. Im Ankunftsbereich wurden wir mit Schild von unseren zwei Taxifahrern erwartet, die uns sicher während der Rushhour durch den Verkehr auf der Autobahn um London herum nach Guildford brachten und alle direkt vor dem Haus der Gastfamilien absetzten. Um 18:45 Uhr Ortszeit hatten sich alle bereits mit ihren Gastfamilien bekannt gemacht und konnten kurz darauf auch schon die Kochkünste ihrer Gastfamilien beim Abendessen testen. Die Neugierde auf das Lebensumfeld für die nächsten drei Wochen motivierte alle, trotz Müdigkeit, nochmals das Haus zu verlassen. Zentraler Treffpunkt für alle ILWEA-Teilnehmer war, wie sollte es anders sein, der Wetherspoon Pub, im Herzen Guildfords, wo sie den ersten Abend auf englischem Boden ausklingen ließen.

Ich wünsche allen ProjektteilnehmerInnen eine spannende und schöne Zeit mit vielen neuen Erfahrungen in den nächsten drei Wochen in Guildford!

Herzliche Grüße aus England
Heike Müller 

Samstag, 23. März 2019: Stadterkundung Guildford
Der Tag der Anreise war nun endlich geschafft und unser Aufenthalt in Guildford konnte beginnen. Als ersten Programmpunkt für Samstag war eine Stadterkundung in Guildford geplant. Ziel dieser Tour war es, Guildford besser kennenzulernen, damit wir auch alleine dort zurecht kommen, unseren Arbeitsplatz finden und uns versorgen können. Begonnen hat alles gegen 9:30 Uhr am Haupteingang Friary Centre in Guildford. Mehr oder weniger pünktlich starteten wir unsere Erkundung geführt von Frau Müller. Unser erstes Ziel war der Farmer's Market sowie einige Supermärkte und Cafés, wo wir uns in den kommenden Wochen mit Essen für die Mittagspause versorgen können. Danach waren wir am Rathaus der Stadt für ein Gruppenfoto und anschließend in den Guildford Castle Grounds sowie dem Alice Garden (Anmerkung: Lewis Caroll's "Alice im Wunderland"), wo wir uns eine ganze Weile aufhielten und viele Bilder schießen konnten. Umgeben von Blumenbeeten und perfekt gewachsenem Rasen konnten wir zudem auch eine wunderschöne Aussicht auf Guildford genießen. Wir kamen hier auch am Guildford Castle vorbei und haben einiges über dessen geschichtlichen Hintergrund erfahren. Weiter ging es zum Bahnhof von Guildford, zur Guildford Cathedrale und auf den Campus der University of Surrey, wo die Hälfte der Gruppe ihr Praktikum absolvieren wird. Als letzten Punkt unserer 10-Kilometer-Tour durch Guildford ging es zum gemeinsamen Mittagessen ins Franco Manca zum Pizzaessen und danach gab es Freizeit für alle bzw. individuelle Erkundung der Wege zum Praktikumsplatz.
Der Abschluss des Tages brachte ein gemeinsames Treffen nach dem Abendessen in den Gastfamilien im bekannten Wetherspoon Pub und wir konnten so den ersten Tag gemütlich ausklingen lassen.

Chiara Gärtner

Sonntag, 24. März 2019: Exkursion nach London
Bereits kurz vor 9.00 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Guildford, um gemeinsam nach London zu fahren. Nach etwa 45 Minuten Fahrt, erreichten wir den Bahnhof London Waterloo und starteten dort unsere Seightseeing-Tour, die Marius geplant hatte. Unser erstes Ziel war das London Eye. Anschließend überquerten wir auf der Westminster Bridge die Themse und sahen uns die Houses of Parliament mit dem wegen Renovierungsarbeiten eingerüsteten Elizabeth Tower sowie die Westminster Abbey an. Bei tollem Wetter liefen wir die Whitehall hoch, vorbei an der Zielline des London Landmark Half Marathons, 10 Downing Street und den Horse Guards, durchquerten den St. James's Park und erreichten dann schließlich den Buckingham Palace. Dort fand gerade der traditionelle Wachwechsel der Wachen statt. Da es in der Zwischenzeit schon Mittag war, gingen wir in der Nähe des Trafalgar Squares gemeinsam Essen. Nach der Mittagspause besichtigten wir noch die St. Paul's Cathedral, den Tower of London sowie die Tower Bridge von außen. Letztere überquerten wir auf dem Weg zum Shard, dem höchsten Wolkenkratzer Londons. Auf der Aussichtsplattform genossen wir die tolle Aussicht, welche auf zahlreichen Bildern festgehalten wurde. Mit der U-Bahn ging es zurück zum London Eye, wo wir noch eine Stunde verweilten, bevor wir uns mit dem Zug auf den Heimweg machten. Es war ein sehr ereignisreicher Tag, der allerdings auch sehr anstrengend war. Immerhin legten wir einen Weg von weit über 10 Kilometern zurück. Wir erreichten Guildford gegen 21 Uhr und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

André Kuschel

Montag, 25. März 2019: Erster Tag am Guildford-College mit Sprachkurs
Nach einem laufintensiven Wochenende stand für uns endlich der erste Tag am Guildford College an. Treffpunkt war um 9.15 Uhr vor dem Haupteingang des College, den auch jeder trotz Müdigkeit nach dem langen Sonntag pünktlich meisterte.Begrüßt wurden wir mit einem Lächeln von unserer Ansprechpartnerin Roz, die uns in Empfang nahm und ins Klassenzimmer führte. Nach dem Ausfüllen einiger Anmeldeformulare und einem kurzen Sprachtest für unseren Lehrer Patrick Hobbs, bekamen wir eine kurze Einführung zum Leben in Guildford und Verhaltenshinweise für Sprachkurs und Praktikum. Daraufhin folgte ein kleiner Rundgang durch das Collegegebäude und über den Campus, der für uns mit Beginn der Mittagspause endete. In dieser machten wir einen Abstecher zum Supermarkt Waitrose, wo wir uns stärken konnten. Nach der Mittagspause stand für uns noch eine kleine Fotosession für unsere College-IDs an. Um 13 Uhr begann unser Sprachkurs bei Patrick, der uns spielerisch das Vokabelnlernen erleichterte und uns in kulturelle Besonderheiten der englischen Sprache einführte. Nach weiteren spannenden 2,5 Stunden war der erste Tag am College auch schon vorbei. Frau Müller überraschte uns im Anschluss mit dem Verkosten von traditionellen „Scones with clotted cream and jam“. Da das Wetter die letzten Tage einfach nur untypisch für England und zugleich sonnig warm war, genossen wir diese an der frischen Luft vor dem Guildford College. Den Rest des Tages verbrachten wir in unseren Gastfamilien, um für den morgigen ersten Arbeitstag fit und ausgeschlafen zu sein.

Sonnige Grüße aus Guildford
Jenny Krassmann

Dienstag, 26. März 2019: Praktikum bei Surrey Highways
Mein 1. Arbeitstag begann erst um 10 Uhr. Der der Fußweg zu meinem Praktikumsplatz nur 20 Minuten beträgt, war ich also schnell dort. Mein Praktikumsplatz ist bei der Firma Surrey Highways, die für Straßen, Autobahnen aber auch vieles was mit Infrastruktur in Surrey zusammenhängt, zuständig ist. Sie kümmern sich außerdem um die Sicherheit von Straßen, Fußgängern und Autofahrer. Jakub, mein Chef, zeigte mir zunächst die Firma und alles was mit ihr zusammenhängt. Zudem wurden mir viele Arbeitskollegen vorgestellt. Ich sollte mich danach durch weitere Recherche weiter über die Firma und deren Sicherheitsregeln erkundigen. Nach der kurzen Mittagspause ging es mit den Sicherheitsregeln weiter bis Jakub eine Besprechung mit einem Arbeitskollegen hatte, bei der ich mit dabei sein durfte. Dabei habe ich noch mehr über die Firma, die englische Arbeitsweise und ein bisschen über die englische Kultur gelernt. Zum Schluss wurden mir noch einige Informationen über die nächsten Tage und zu meinem Arbeitsplatz gegeben und schon war mein Arbeitstag auch schon um 16 Uhr rum.
Abends trafen wir uns noch alle im Stoke Pub, um uns über den ersten Arbeitstag auszutauschen und zusammen den Tag ausklingen zu lassen.

Marius Mechler

Mittwoch, 27. März 2019: Praktikum in der ActivZone am Guildford College
Am ersten Mittwoch unseren Englandaufenthalts legte sich die euphorische Aufbruchstimmung fast vollständig. Das Wochenendprogramm und die etlichen, abenteuerähnlichen Unternehmungen haben den Großteil der Gruppe doch sehr an ihre Grenzen getrieben. Somit begann der Mittwochmorgen zunächst mit dem mühevollen Aufstehen, und vor allem mit der Frage, wer von uns beiden, mein Zimmerkollege Milan oder ich, zuerst ins Bad sollte. Da diese Entscheidung meist mehr Zeit beansprucht, als alles andere am Morgen, kann man sich denken, dass der Morgen meist hektischer verläuft als geplant. Das englische Bad ist wohl eines der interessanteren Zimmer. In einem angekommen, wundert man sich zunächst über den nicht vorhandenen Lichtschalter. Als Ersatz findet man dort eine Schnur, welche von der Decke hängt. Kräftig an dieser gezogen, wird das Bad erhellt. Eine weitere grandiose Besonderheit sind wohl die elektrischen Duschen mit den Wärmeeinstellungen. In meiner Verwirrung war meine erste Dusch-Session eine Katastrophe. Zwischen Kalt- und Heißwasser wechselnden Stufen und wenig Wasser insgesamt, entwickelte sich das Duschen zu einer meiner weniger antizipierten Tätigkeiten in Guildford.

Wenn Milan und ich schließlich vom mit Toast, Marmelade, Cerealien und Säften -gedeckten Tisch reichlich gegessen und getrunken haben, verlassen wir das Haus, meist in Eile, wie erwartet. Da mein Arbeitsplatz nicht weit weg gelegen ist, laufe ich morgens zur Arbeit. Während diesen 35 Minuten höre ich meist meine Lieblingsmusik. Mein Arbeitsplatz liegt ganz versteckt in einer kleinen Ecke auf dem Gelände des Guildford-Colleges: das Fitnessstudio der Schule, namentlich „ActivZone Gym“. Angekommen, begrüße ich das Personal/Mitarbeiter recht freundlich. Mein Arbeitskollege „Henryk“, aus Winchester stammend, und ich legen pünktlich um 9:00 Uhr los und überprüfen alle Fitnessgeräte auf ihre Funktionalität und eventuelle Schäden. Darauf folgt ein morgendlicher Kurs, meistens bestehend aus Cardio-, Muskelaufbau-, und Dehnübungen. Bei diesen Übungen komme ich recht schnell an meine körperlichen Grenzen, auch wenn sie gleichzeitig sehr viel Spaß machen. Meist ist es doch recht peinlich und witzig, wenn ich selbst von Rentnern übertroffen werden. Anschließend wartete eine Aufgabe der ganz anderen Art auf uns. Da das Fitnessstudio expandieren möchte, hatte es bereits einen Außenbereich für den Frühling/Sommer in Planung. Bereits am Vortag schleppten wir Rindenmulch zur „Baustelle“. Unsere heutige Aufgabe war ein Fundament zu legen für ein Dreierpaar an Klimmzugstangen, befestigt an Holzpfählen. Zunächst haben wir Sand in den zuvor angelegten Kunstrasen eingearbeitet. Unser Mitarbeiter Andrew hatte bereits angefangen vier Löcher für die Pfähle auszustemmen. Hendryk und ich halfen ihm engagiert dabei. Als das erledigt war, lernten wir den Keller des Fitnessstudios kennen. Von dort mussten wir eine Art Gummibodenplatten hoch, Richtung Baustelle tragen, was sich als schwierige Aufgabe herausstellte. (Aber das war für ein Mann meines Kalibers ein Klacks.) Nachdem wir schließlich alle Platten hochgebracht hatten und wir beide ziemlich fertig waren, hatten wir Pause. Die normale Mittagspause dauert hier meistens eine Stunde. Somit habe ich genug Zeit, entweder den nächsten Supermarkt „Waitrose“ zu besuchen oder sogar in die Innenstadt zu laufen. Dort hole ich mir meistens Qualitätsessen und etliche Drinks und Snacks. Schließlich braucht man bei hohem Kalorienverbrauch auch eine ausgewogene, gut balancierte Diät. Hierfür ist England wirklich wie geschaffen. So ziemlich alle Supermarktketten kümmern sich darum, gute und reichhaltige Nahrungsmittel anzubieten und berät die Bürger zugleich über die Vorteile dieser. Sagen wir, so uneinig die Inselbewohner über ihre Politik sind, desto einiger sind sie in einem, nämlich guten Essen. (Die Kostspieligkeit dieser Speisen muss ich wohl nicht erwähnen.) Aber weiter im Text: Nachdem ich schließlich in der Stadt angekommen war und mich mit etlichen Snacks diverser Fastfoodketten eingedeckt hatte, genoss ich diese direkt in der Fußgängerzone. Als Dorfmensch finde ich solche Menschenmassen und Großstädte (Guildford hat ca. 66.000 Einwohner) unfassbar interessant. Die Dynamik dieser Städte ist der Hammer, aber auch sehr kräftezehrend. Nachdem ich schließlich gegessen hatte, lief ich zurück zur Baustelle, wo unsere Holzpfeiler endlich angekommen waren, die wir in die Löcher hoben. Jetzt war es unsere Aufgabe, Wasser für die Löcher und den Zement zu besorgen. Hier muss ich sagen, dass es im Guildford College leider echt schwer ist, normale Arbeitsmittel aufzutreiben. Immer wenn wir Eimer, Besen oder Schaufel auftreiben mussten, hat es über 10 Umwege und eine halbe Stunde gedauert, bis wir an solche Dinge rangekommen sind, was ich als recht chaotisch empfand. Nachdem wir nach circa 30 Minuten endlich Eimer bekamen, waren wir mit dem Zementieren der Löcher inklusive Pfeiler bereits fertig. Nun begann erst die richtige Arbeit. Wir maßen die Pfeiler ab und korrigierten sie in ihrer horizontalen und vertikalen Achse nochmals. Kurz darauf kam bereits ein Lader mit Sand und noch mehr Zement. Diesen, mit Zement gemischten, Sand haben wir daraufhin gleichmäßig neben den Pfeilern verteilt und plattgestampft. Danach schnitten wir die Gummiplatten zurecht, legten sie auf das Fundament und hämmerten sie ein. Während der Arbeitszeit kommt man sehr schön mit den Personen ins Gespräch. Man spricht über Fußball, Arbeit, Herkunft, Familie und teilweise über Politik (Brexit). Nun fehlten bei der Vorrichtung nur noch die Klimmzugstangen. Diese haben wir zurechtgeschnitten und dann mit Schrauben und anderem „Stuff“ befestigt. Nachdem wir fertig waren, haben wir unsere Werkzeuge aufgeräumt und unser Kunstwerk betrachtet. Die Arbeit hat tatsächlich sehr viel Spaß gemacht und uns mit Stolz erfüllt. Aber eines muss ich noch sagen: An die deutsche Effizienz kommen die Engländer nicht ran. Geschweige denn, dass mein Arbeitskollege Henryk die Baustelle zwei Stunden vorher wegen eines Termins verlassen hat und wir, Andrew und ich, eine Stunde länger gearbeitet haben. Da wir während der Arbeit auch über Bier gesprochen hatten, wollte mich Andrew auf ein Feierabendbier einladen, da ich mich teilweise negativ über das englische Bier geäußert hatte. Wir gingen in den Stoke Pub und genossen ein „Peroni“ Lager Bier. Es war sehr schmackhaft. Um 19 Uhr (!) machte ich mich schließlich auf den Heimweg. Bei unseren netten Gasteltern (Nick & Linda) angekommen, gab es wieder eine gute ausgewogene Mahlzeit. Ich musste mich beeilen, da ich mit dem Sohn der Gastfamilie (Tom) und seinen Verwandten/Freunden/Kollegen noch Fußball spielen wollte. So fuhren wir auf den Sportbereich der University of Surrey und spielten auf einem Kunstrasen Fußball. Der englische Fußball ist viel direkter und schneller als der Deutsche. Doch ich genoss die Geschwindigkeit und wurde mit einem Hattrick sogar Matchwinner. Nachdem das Spiel zu Ende war, gingen wir noch in einen Pub. Daheim fiel ich erschöpft in mein Bett und schlief ein (so ungefähr).
Fazit: Ich muss echt sagen, dass ich jeden Menschen, den ich heute (Mittwoch) kennenlernen durfte, super nett und sympathisch war. Wenn man ein wenig zuvorkommend, gesellig und gesprächig ist, kann so ein Englandaufenthalt zu einem einzigen Abenteuer werden. Ich bin super dankbar, diese Reise angetreten zu haben. ‚England is my city.‘

Attila Brümmer

Donnerstag, 28. März 2019: Besuchstour an den Praktikumsplätzen
Fester Bestandteil seit dem ersten ILWEA-Projekt sind die Besuchstouren der Projektverantwortlichen in der ersten und dritten Aufenthaltswoche in Guildford, um sicherzustellen, dass die Schüler im Praktikum ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden und möglichst viele Erfahrungen in diesem Kontext machen können. Am heutigen Donnerstag stand der erste Besuch auf dem Programm. Da die Praktikumsplätze meist über ganz Guildford verteilt sind, sprechen wir mit den Betreuern am Praktikumsplatz gewisse Zeitfenster ab, damit alle Beteiligten besser planen können.
Surrey Highways (zuständig für Erhaltung der Straßen und Sicherheit im Straßenverkehr) am östlichen Ende Guildfords war mein erstes Ziel des Tages. Nach 45minütiger Anreise zu Fuß und per Bus kam ich pünktlich um 10 Uhr dort an. Marius arbeitete sich bereits in Abläufe sowie eine Software ein, die er die kommenden Tage für die Erledigung der ihm zugeteilten Aufgaben beherrschen muss. Sein Praktikumsbetreuer war an anderer Stelle offensichtlich aufgehalten worden, sodass ich mich kurz mit einem anderen Mitarbeiter des Teams unterhielt, dem Marius zugeteilt ist. Nach einem kurzen sehr positiven Austausch mit beiden, konnte ich mich schon nach kurzer Zeit auf den Rückweg in die Innenstadt und zu Chiara bei Zenon Aviation machen. Ein Mitarbeiter begrüßte mich bereits im Treppenhaus und führte mich in die Büroräume der Personalvermittlungsagentur für Piloten und Stewardessen. Zunächst konnte ich mich mit Chiara in einem kleinen Besprechungszimmer unterhalten, wo sie mir begeistert ihre Aufgaben beschrieb, aber auch einige Unterschiede zwischen ihrem Arbeitsplatz in Deutschland und hier in Guildford, wie beispielsweise die unterschiedlichen Arbeitszeiten. Ein weiterer Mitarbeiter, der Chiaras Praktikum mitbetreut, schilderte mir die für sie angedachten zukünftigen Tätigkeitsbereiche in der Firma für die verbleibenden 2 Wochen und äußerte sich begeistert über ihre sorgfältige Arbeitsweise und ihre Englischkenntnisse, die für seine Firma unabdingbar sind.
Nächste Station war für mich der Campus der University of Surrey. Selina absolviert ihr 'work placement' hier im International Office, das für das Anwerben von Studenten aus aller Welt verantwortlich ist. Jetzt, kurz vor Ende des laufenden Semsters, gilt es u.a. viele Werbesendungen fertig zu machen und Kontakte mit Schulen und Universitäten weltweit zu pflegen. Jeweils freitags erhält Selina in einer weiteren Abteilung Einblick in die Betreuung internationaler Studenten, die für Visumsfragen und ähnliche Themen zuständig ist, um diesen ein reibungsloses Studium in Guildford zu ermöglichen. In dem jungen, dynamischen Team gibt es für Selina viele Möglichkeiten zur Kommunikation in der englischen Sprache, die den Arbeitstag für sie kurzweilig machen. André, Lisa und Jenny traf ich nicht weit vom International Office im Appleseed Bookshop bei der Arbeit an. Ihre englischen Kollegen sind froh über ihre tatkräftige Unterstützung an der Kasse, beim Verräumen der Waren, Vorbereitung des T-Shirt-Drucks und der Bedienung der Kunden, wobei auch sie ihre englischen Sprachkenntnisse ständig anwenden müssen. Miles, der vierte Praktikant bei Appleseed, verbringt die erste Praktikumswoche im angegliederten Printshop, wo kurz vor der "Graduation" (Uni-Abschluss) ebenfalls viel Arbeit ansteht. Gary, der Chef von Appleseed, betreut bereits im sechsten Jahr Schüler der Frankenlandschule während ihres Praktikums und nahm sich wie immer extra Zeit für eine kurze Unterhaltung mit mir, um sicherzustellen, dass er "seine" Praktikanten bestmöglich innerhalb der 12 Praktikumstage fördern kann. Danach war es auch schon Zeit für die Mittagspause der Appleseed-Praktikanten, in der sie ihr Mittagessen beim "Bratwurst UK - Finest German Sausages" Stand, den ich bereits auf dem Weg über den Uni-Campus gesichtet hatte, einnahmen. :-) Nach einer kurzen Pause steuerte ich den ganz im Westen von Guildford gelegenen Praktikumsplatz von Christian bei Technology Resourcing an. Technology Resourcing ist wie Zenon Aviation eine Personalvermittlungsagentur, nur dass sie sich hier auf den technischen bzw. Ingenieursbereich spezialisiert haben. Christian unterstützt das 4-köpfige Team u.a., indem er sich beispielsweise in dieser Woche des defekten W-Lan-Routers und weiteren Aufgaben und Problemen im IT-Bereich annahm. Sein Mentor Derek hat es sich, wie seine Kollegen an den anderen Praktikumsplätzen zum Ziel gesetzt, seinen Praktikanten so gut wie möglich in seiner Firma zu integrieren und ihm darüberhinaus viele Chancen einzuräumen, seine Englischkenntnisse praktisch anzuwenden. Christian hat sich an Tag 3 bei Technology Resourcing offensichtlich schon gut eingelebt und berichtete mir freudig, im Anschluss an mein Gespräch mit Derek, über seine bisherigen Tätigkeiten, aber auch seine ausschließlich positiven Eindrücke der zu Ende gehenden ersten Woche seines Englandaufenthalts.
Zurück im Stadtzentrum war das vorletzte Ziel der heutigen Besuchstour die IT-Abteilung des Guildford Borough Council. Nach zwei Tagen Job-Shadowing beim Service-Team, um einen ersten Überblick über den Tätigkeitsbereich zu bekommen, war heute Milans erster Tag im Developing-Team, wo direkt seine Programmierkenntnisse gefragt waren. Wie sein englischer Kollege mir berichtete, hat sich Milan von Anfang an in das kommunikative Team gut integriert und wird voraussichtlich auch die restlichen Praktikumstage im Developing-Bereich bleiben. Letzter Punkt des Tages war für mich am späten Nachmittag die ActivZone am Guildford College. Da Attilas Mentorin viele Termine außerhalb wahrnehmen musste, traf ich sie leider nicht an, sondern hole das Gespräch mit einer weiteren Mitarbeiterin am morgen Vormittag nach. Attila berichtete mir ausführlich von seinen Aktivitäten an den ersten drei Praktikumstagen im Fitnessstudio des Guildford College, die er gemeinsam mit einem weiteren Praktikanten aus dem nahegelegenen Winchester, in Teamwork erledigt hatte. Dies ermöglicht ihm zusätzlich zum Kontakt zu den anderen Kollegen und den Kunden, seine Englischkenntnisse intensiv anzuwenden.
Nach gut 20 km zurückgelegter Wegstrecke, z.T. mit Bus, z.T. zu Fuß, beendete ich gegen 17 Uhr meine Tour durch Guildford. Wie immer war es auch für mich sehr spannend einerseits (einen kleinen) Einblick an den einzelnen Praktikumsplätzen zu bekommen, manchesmal dort alte Bekannte aus den letzten Jahren zu treffen, oder auch Kontakt zu neuen Firmen zu knüpfen, wie z.B. Technology Resourcing. Andererseits ist es gleichermaßen interessant die ILWEA-Teilnehmer, die ich nur aus dem schulischen Kontext kenne, zur Abwechslung in der Arbeitswelt zu erleben. Ich wünsche allen diesjährigen Teilnehmern in den noch knapp verbleibenden zwei Wochen (nicht nur an den Praktikumsplätzen, sondern auch am College, in den Gastfamilien, bei Exkursionen und in der Freizeit) viele neue Eindrücke und Erfahrungen sowie viel Freude beim Kennenlernen der englischen Kultur und dem Sprechen der englischen Sprache.

Heike Müller, Projektleiterin

Freitag, 29. März 2019: Praktikum im Appleseed Bookshop
Nun sind wir schon eine Woche in England. Wie gewohnt starteten wir unseren Tag mit einem ausgewogenem Frühstück in unserer Gastfamilie, bevor wir uns auf den Weg machten, um pünktlich an unserem Praktikumsplatz zu erscheinen. Ich startete meinen Tag im Buchladen an der Kasse. Danach wurde mir von einem sehr netten Kollege namens Gary gezeigt, wie man T-Shirts und Hoodies bedruckt. Mit Photoshop erstellten wir ein neues Design, das auf Folie ausdruckt und anschließend auf ein T-Shirt aufgebracht wurde. Außerdem zeigte er mir auch verschiedene Designs für Tassen und wie man diese bedruckt. Nach dieser kurzen Lehrstunde durfte ich selbst meinen Namen auf ein T-Shirt drucken.
Als ich damit fertig war, half ich Jenny beim Dekorieren es Schaufensters im Laden. Wir durften alle Produkte im Laden benutzen und danach die dazugehörigen Preise ausdrucken, um sie davor zu stellen. Zwischenduch wechselten wir uns immer ab, wenn ein Kunde eine Frage hatte oder bezahlen wollte. Nachdem wir mit dem Schaufenster fertig waren, schauten wir durch den Laden, um ihn ordentlich zu halten. Kurz vor Feierabend kam André mit einer neuen Lieferung frisch gedruckten Hoodies. Diese durften wir dann noch mit Preisschildern versehen und aufräumen. Danach löste uns Sam ab und es war Zeit für den Heimweg. Abends trafen wir uns gemeinsam im Guildford Spectrum zum gemeinsamen Bowlen und um uns über die erste Arbeitswoche auszutauschen.

Liebe Grüße aus Guildford
Lisa

Samstag, 30. März 2019: Exkursion - Ziel: Portsmouth
Unser zweiter Ausflug führte uns nach Portsmouth, einer Hafenstadt im Süden Englands, die in nur einer Stunde mit dem Zug von Guildford aus erreichbar ist. Die heutigen Programmpunkte wurden uns von Lisa präsentiert und vorgestellt. Portsmouth ist bekannt für seine maritime Geschichte und die dafür bekannten Schiffe, wie zum Beispiel das Kriegsschiff, HMS Victory, auf dem Lord Nelson seinen Sieg gegen die Franzosen mit seinem Leben bezahlte. Die HMS Victory konnten wir erkunden und mussten feststellen, dass alle aus unserer Gruppe, die größer als 1,65 Meter sind, völlig ungeeignet für die Besatzung dieses Schiffes gewesen wären. Jedoch war es ein spannender Einblick in das Jahr 1805 und die damit verbundenen Bedingungen und Gefahren. Doch zunächst stand dann erst einmal die Stärkung unserer Gemüter an vorderster Front. Bei sehr angenehmer Atmosphäre vor oder neben dem Spinnaker Tower konnten wir bei Sommer ähnlichen Temperaturen unser Mittagessen genießen. Da natürlich jeder pünktlich am Treffpunkt war, konnten wir direkt und mit neu gewonnener Motivation in das Nachmittagsprogramm starten. Die nächste Station war bei dem Wetter und der Lage klar, es ging an den Southsea Beach von Portsmouth. Vorbei an dem Festungsturm, der sich Runder Turm nennt, erreichten wir nach kurzer Zeit den Strand von Portsmouth. Dort wagten sich nur wenige (zwei) in das doch noch etwas kühle Meer, die Mehrheit genoss die Sonne oder konnte sich beim Frisbee spielen austoben. Nach gewisser Zeit am Strand, stand uns nun der wortwörtliche Höhepunkt des Tages bevor. Wir waren nun auf dem Weg zu dem 170 m hohem Spinnaker Tower, dessen Design an ein Segel eines Bootes erinnern soll. Doch zuvor machten wir einen kleinen Abstecher in Portsmouth's Kathedrale, in der es einige wirklich interessante Gemälde gab, die die verunglückten Schiffe und ihre Seemänner thematisierten. Danach hielten wir direkten Kurs auf den Spinnaker Tower mit dem Ziel diesen zu entern. Auf einer Höhe von 105 m, war uns nicht nur ein kilometerweiter Ausblick auf Portsmouth und das Meer möglich. Das Beste an dem Tower war ein kleiner Glasboden, auf den man sich stellen und mit einem atemberaubenden Gefühl dem Abgrund entgegenschauen konnte. Nach genügender Betrachtung des Festlandes, des Meeres und der Sonne, die sich langsam aber sicher von ihrem Publikum verabschiedete, war es nun an der Zeit sich wieder auf den Heimweg nach Guildford zu machen. Nach kurzer Fahrt kamen wir ohne jegliche Minimierung der Gruppe an unserem Zielbahnhof in Guildford an. Der Tag fand nun in angenehmer Atmosphäre im Stoke Pub seinen Ausklang. Angestoßen wurde auf weitere zwei Wochen, die gerne so schön und ereignisreich wie die vergangene verlaufen können.

Cheers! 
Selina Alter

Sonntag, 31. März 2019: Freizeit
Da war er nun, unser erster freier Tag. Doch was sollten wir tun? Zunächst einmal ausschlafen, das stand fest. Als wir dann nacheinander in aller Gediegenheit in die Küche zum Frühstück kamen, wurden wir erst einmal von unserer Gastmutter Eileen und einigen ihrer Enkelkinder begrüßt. Der 31. März ist Muttertag in England, weshalb ein Großteil ihrer Verwandtschaft zu Besuch war. Nach anfänglicher Schüchternheit der Kleinen blühten diese dann auf und forderten uns schließlich zu einer spannenden Runde Monopoly heraus, welche wir trotz unseres kaufmännischen Verhandlungsgeschicks leider nicht für uns entscheiden konnten. ;) Da diesmal jeder für sein eigenes Nachmittagsprogramm zuständig war, entschied ich mich ein bisschen Ordnung in das bereits entstandene Bild- und Videomaterial zu bringen, um uns bereits im Voraus etwas Arbeit für das Schneiden des Aftermovies zu sparen (Es hat sich bereits einiges an Blockbuster-reifem Bildmaterial angesammelt, man kann sich also darauf freuen :D). Am späteren Nachmittag wurde die Zeit für ein kleines kulturelles Programm genutzt: Bei einem kühlen Bier haben wir das Spitzenspiel der englischen Liga, Liverpool gegen Tottenham im bereits bekannten Stoke Pub angeschaut. Viel mehr ist an diesem Sonntag dann auch nicht mehr passiert. Während sich ein Teil der Gruppe entschied den Tag bei einer Runde Ice-Skating im Spectrum, wo wir bereits Bowlen waren, ausklingen zu lassen, entschied sich der Rest für einen gemütlichen Filmabend. Morgen gehts dann am College mit unserem zweiten Sprachkurs weiter.

See ya soon!
Miles

Montag, 01. April 2019: Sprachkurs am Guildford College
Der Tag begann für Team Eileen (André, Marius, Miles und meine Wenigkeit) um kurz vor 8:00 Uhr, denn wir hatten heute unseren zweiten Tag im Guildford College.Zum Frühstück hatten wir alle Cornflakes und ein paar Toasts, die wir mit Butter und Marmelade beschmiert hatten.Den Weg zum College konnten wir leider nicht ganz mit dem Bus bestreiten weshalb wir noch 20 Minuten zu Fuß laufen mussten- aber frische Luft am Morgen schadet ja keinem. :-)Angekommen, mussten wir feststellen, dass wir blöderweise viel zu früh waren. So verbrachten wir knapp 25 Minuten im "Spielraum" des College, welcher mit zwei Billiardtischen, einem Kicker, einigen Zeitschriften und vielem mehr ausgestattet ist.Unser Lehrer Patrick begann den Unterricht mit einigen Aufwärmspielen, um uns schnell ins Englischsprechen reinzubringen. Daraufhin war Brainstorming angesagt, denn unser Thema "of the day" war: "Culture". Nach dem Erstellen einer Mindmap zu dem Thema, hat Patrick uns einige Aufgaben gegeben, die wir in zweier Teams erledigen sollten.
In der Mittagspause haben wir uns aufgesplittet: Die Mädels gingen im Stoke Pub Burger essen, während Attila, Milan und Miles in den Supermarkt gegangen waren, um sich dort etwas zu Essen zu besorgen. André, Marius und ich sind hingegen in die College-Kantine und haben uns dort Sandwiches besorgt, die wir an einem schönen sonnigen Platz gegessen haben. Nach der Mittagspause haben wir uns weiter mit der Chinesischen Kultur auseinandergesetzt. Zum Ende des Unterrichts sollten wir uns in drei Gruppen aufteilen. Unsere Aufgabe war es drei Tage für zwei wichtige chinesische Geschäftsleute, die noch nie zuvor in Deutschland bzw. in unserer Firma waren, zu gestalten. Dabei sollten wir die Informationen vom Vormittag nehmen und die chinesische Kultur berücksichtigen.Am Anfang war es ziemlich schwer die drei Tage zu planen, aber sobald man etwas in Fahrt gekommen war, ging alles total schnell. Jede Gruppe hatte ihre Tage anders geplant - es hat richtig Spaß gemacht.
Da laut Wetterbericht Montag der letzte warme und sonnige Tag in dieser Woche sein sollte, haben wir Jungs uns entschlossen zum Decathlon in der Innenstadt zu gehen, um uns ein Frisbee und einen American Football zu kaufen.Nach kurzen Umkleiden haben wir uns alle bei unserer Gastmutter/ Gastoma im riesengroßen Garten getroffen und dort die letzten warmen Sonnenstrahlen mit Fußball, Frisbee und American Football spielen verbracht. Und so haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen...

Viele Grüße aus Guildford
Christian Gärtner

Dienstag, 02. April 2019: Praktikum beim Guildford Borough Council
7 Uhr, der Wecker klingelt. Wie jeden Morgen, möchten weder ich, noch mein Zimmerkollege Atilla aufstehen. So hört man nur ein leises Brummen, das von einem Bären stammen könnte, der gerade aus dem Winterschlaf erwacht. Und so fühlte ich mich an diesem Morgen auch. Zwar ausgeschlafen, doch auch Schlafen ist nun mal anstrengend. Nachdem der schwere Schritt Aufzustehen endlich geschafft war, wurde ich von unserer Gastmutter freundlich begrüßt. Sie hatte uns bereits den Frühstückstisch gedeckt. Während mein Roommate also noch versuchte, den Fuß aus dem Bett zu bekommen, ging ich in der Zwischenzeit auf die wunderschöne Terasse beim Hintergarten des Hauses unserer Gastfamilie. Man merkt, dass unserer Gastvater Nick einen großen Teil seiner Freizeit dem kleinen Garten widmet. Nach einigen Zügen aus meiner E-Zigarette – das Rauchen hab ich bei einem stolzen Preis von umgerechnet fast 20€ pro Schachtel mittlerweile aufgehört – war Attila nun auch wach und wir begannen mit dem alltäglichen Frühstücksritual. Wie immer, hatten wir beim Frühstück alles, was wir benötigten – Toasts und Müsli, Organgensaft und Milch. Nur eins fehlte uns, wie jeden Morgen, Zeit.
Also ging ich nach dem Umziehen und Frisch machen mit schnellem Schritt zum Bus. Nachdem ich also an meiner Ziel-Bushaltestelle ankam, besorgte ich mir einen Kaffee von Starbucks und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Wie jeden Tag, musste ich an der Rezeption warten, bis ich endlich meinen Day-Pass bekam, welcher nötig ist, um die elektronisch-gesicherten Türen zu öffnen und dementsprechend zu meinem Arbeitsplatz zu kommen. Hier ist nämlich alles streng gesichert, da ich im Guildford Borough Council arbeite und dort viele sensible Daten zugänglich sind. Es ist quasi die zentrale Verwaltungsstelle für Guildford und die umliegenden Orte.
An meinem Arbeitsplatz also angekommen, wurde ich wieder von allen extremst freundlich begrüßt – zu freundlich für meinen Geschmack und schon fast unheimlich – aber so sind sie nun mal, die Engländer. Nachdem ich also drei bis vier mal erzählen musste, wie mein Wochenende war, ging es endlich mit der Arbeit los. Bevor ich nun anfange, meine Arbeit zu beschreiben, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass ich nicht nur in England bin, sondern auch ungewohnterweise mit Beamten zusammen arbeite... Da ich in den ersten zwei Tagen in der vergangenen Woche nur Systemadminstratoren zusehen konnte und das Gefühl hatte, dass man nicht wirklich wusste, wohin mit mir, wurde ich am Donnerstag vergangene Woche gefragt, was ich eigentlich Zuhause in Deutschland in meinem Job mache. Nachdem ich dann erklärt habe, dass ich doch hauptsächlich in der Web-Entwicklung tätig bin und die ersten beiden Tools des Development-Teamleaders „verbessert“ hatte, habe ich eine relativ große Liste von Aufgaben erhalten. An diesen Aufgaben sitze ich also jetzt und vermutlich auch die nächsten beiden Wochen. Zumindest, wenn ich nicht gerade in einem der unzähligen und extrem langen Small-Talk Gesprächen verstrickt bin, aus denen man immer so schwer rauskommen kann. Das passiert nämlich ungefähr die Hälfte meiner Arbeitszeit. Witzig, denn ich dachte, dass ich Zuhause mit meinen Azubi-Kollegen schon zu viel nebenher rede. (Gruß an das EGOTEC Team an dieser Stelle). Das hier übertrifft aber alles, was ich von uns gewohnt bin. Ich meine, ich finde das ganz gut, so verbessert sich immerhin sehr mein Englisch, aber wie die Leute hier effizient Resultate generieren können, ist mir ein Wunder. Nichts desto trotz, mit Musik im Ohr und Code auf dem Bildschirm fühle ich mich einfach wohl und so arbeitete ich also bis zur Mittagspause an einer einfachen NodeJS-App, die unseren Kollegen in der Verwaltung beim Finden von bereits vergebenen Straßen-Namen in und rund um Guildford helfen soll. Also entwickelte ich die Logik, um auch falsch geschriebene Straßennamen und ähnliches zu finden.
Während der Mittagspause ging ich zum M&S Supermarkt, welcher übrigens ein Modegeschäft ist, ungefähr wie H&M, und eine riesige Halle mit Edeka-ähnlichem Sortiment im Keller hat, und kaufte dort vier Sandwiches und etwas zu trinken. Nachdem ich also von meiner Mittagspause zurückkam, ging ich mit Rob, dem Teamleader des Development-Teams, meinen Code durch. Anschließend wurde mir im 2. Stock des großen Gebäudes ein kleiner Lagerraum gezeigt, in dem ein junger Mann um die 20 namens Freddy arbeitete. Der Raum sah eher aus, wie eine Abstellkammer und eben erwähnter Freddy hatte, trotz seines eher schlacksigen Körperbaus, kaum Platz sich einmal um seine eigene Achse zu drehen. Also verbrachte ich den Rest des Arbeitstages damit, mit Rob den Code durchzugehen und mit Freddy den kleinen Lagerraum umzusortieren und aufzuräumen, was ganz lustig war, denn Freddy wollte mir immer wieder beweisen, dass er eben doch nicht alles aus seiner 3 jährigen Schul-Deutsch Erfahrung vergessen hat. Sätze wie „Ich bin Freddy und 12 Jahre alte“ (Mittlerweile ist er 19) kamen immer wieder.
Nach dem Feierabend fuhr ich dann zurück zu unseren Gasteltern und machte, wie jeden Tag, den üblichen Smalltalk mit den beiden, um die Zeit bis zum Essen sinnvoll zu überbrücken. Es gab Curry mit Reis, dazu eine Art Fladenbrot. Zu meiner Überraschung, gab es übrigens bisher jeden Tag leckere und ausgewogene Ernährung. Über England hört und denkt man ja meistens das Gegenteil, was das Essen angeht. Nach dem Abendessen ging es also an die Abendplanung. Bereits am Vortag hatten mein Klassenkamerad und temporärer Mitbewohner Attila und ich uns mit unseren Travelmates Lisa und Chiara in einer Shisha-Bar verabredet. Nachdem uns nach dem überteuerten und widerwärtigen Shisha-Kopf schlecht wurde und die Mädels sich sowieso auf den Weg nach Hause machen wollten, schlossen Attila und ich den Abend mit einem Bier im Wetherspoon-Pub ab und fuhren mit dem Bus nach Hause. Anschließend gingen wir Schlafen.

Das war nur ein typischer Tag in England. Ich hoffe das Lesen hat euch etwas in das Ganze eingeführt und ich sende viele Grüße nach Hause!

Best regards
Milan Steiner

Mittwoch, 03. April 2019: Praktikum im Appleseed Bookshop 
der University of Surrey
Unser Tag startete bereits um 7.15 Uhr, da es einiges an Zeit kostet, bis sich alle vier von uns in der Gastfamilie fertig gemacht sowie gefrühstückt haben. Gegen 8.15 Uhr machte ich mich dann gemeinsam mit Miles auf den Weg zu unserem Arbeitsplatz. Die Arbeit startet zwar erst ab 9 Uhr, allerdings ist morgens auf den Straßen Guildfords sehr viel Verkehr unterwegs, weshalb es des Öfteren zu Verzögerungen und Staus kommen kann. In der Zwischenzeit hat es hier in England auch deutlich abgekühlt. Am Morgen hatte es Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Arbeit ist aktuell nicht sehr stressig, da an der Universität gerade Ferien sind und dementsprechend viele Studenten nach Hause gefahren sind. Die meiste Zeit verbrachten wir heute damit, das große Schaufenster des Bookshops zu verschönern und entsprechend der Jahreszeit anzupassen. Dies ist uns meiner Meinung nach auch gut gelungen. In der Mittagspause versorgten wir uns mit Sandwiches und Snacks von einem kleinen Supermarkt, der direkt neben dem Bookshop untergebracht ist. Am Nachmittag beschränkte sich unsere Tätigkeit auf die Arbeit an der Kasse, sowie kleinere Aufgaben, die immer wieder anfallen.
Nach der Arbeit entspannten wir kurz auf unseren Zimmern, bevor es Abendessen gab. Den Abend verbrachten wir damit, die Viertelfinalspiele des DFB-Pokals zu verfolgen, da wir alle in der Gastfamilie sehr Fußball interessiert sind.

Viele Grüße aus Guildford
André Kuschel

Donnerstag, 04. April 2019: Praktikum bei Zenon Aviation
Mein Tag begann um 7 Uhr. Nach fast zwei Wochen super Wetter regnete es heute das erste Mal. Nachdem Lisa und ich uns fertig gemacht hatten und mit unseren anderen Gastschülerinnen aus Korea und Japan sowie der Familie Halton gefrühstückt hatten, machte ich mich um 8:30 Uhr auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz bei Zenon Aviation Recruitment. Vorbei an der Guildford County School, dem Friary Center und einem kleinen Park hatte ich mit dem Wetter Glück, denn während meines 25 Minütigen Fußmarsches hatte mich der Regen verschont. Dort angekommen wurde ich wie jeden Tag nett von den Kollegen begrüßt.
Zenon Aviation Recruitment ist ein spezialisierter Anbieter von Führungskräften, Ingenieuren, Piloten und Flugbesatzung für die Luftfahrtbranche. Mein Job für den heutigen Tag bestand daraus, die Lebensläufe der Bewerber zu lesen und fehlende Informationen in die Datenbank des Unternehmens einzutragen. Außerdem durfte ich Telefonate mit deutschen oder österreichischen Bewerbern und Firmen führen und Jobanzeigen im Internet aufgeben. Immer wieder ist es lustig, wenn die Kollegen Tag für Tag versuchen ihre Deutschkenntnisse unter Beweis zu stellen und versuchen, mit mir Deutsch zu reden. Dabei sind mittlerweile schon einige lustige Situationen entstanden und es gibt immer etwas zu lachen.
Um 17:30 Uhr endete dann mein Arbeitstag und nachdem ich um 18 Uhr bei meiner Gastfamilie ankam, gab es wie jeden Tag ein leckeres Abendessen. Heute gab es einen Pie, gefüllt mit Hühnchen und dazu Kartoffelbrei und Gemüse. Am heutigen Tag beschlossen Lisa, Selina und ich abends ins Kino von Guildford zu gehen und unsere Wahl fiel auf Dumbo. Nach ein paar Tränen ;) aber auch reichlich Geschmunzel endete unser Tag dann gegen 23 Uhr. 

Liebe Grüße aus Guildford 
Chiara 

Freitag, 05. April 2019: Praktikum im International Office der University of Surrey
Der letzte Arbeitstag der zweiten Woche startete mit sehr wechselhaftem Wetter, das ja aber in diesem Monat als das typische Aprilwetter bekannt ist. Mit gewohnter Routine haben Jenny und ich unser Frühstück genossen, um dann pünktlich um 8:15 Uhr das Haus zu verlassen. Auf unserem Weg zur Arbeit bei regnerischem Sonnenschein entdeckten wir einen schönen Regenbogen (s. Bild in unserer Galerie). Eine dreiviertel Stunde später begann ich dann mit meiner Arbeit Normalerweise arbeite ich im International Office der University of Surrey im Duke of Kent Building, das sich auf das Anwerben der Studenten auf der ganzen Welt konzentriert und die weltweiten Events mit dem nötigen Flyermaterial und Informationen zu versorgt, weshalb auch viele von meinen Kollegen oft auf Geschäftsreisen wie zum Beispiel in Indien oder Amerika sind. Jeden Freitag habe ich zusätzlich die Möglichkeit im Student Service Center zu arbeiten, wo sich das Team um die beantragten Visa aller Studenten weltweit kümmert und ihnen bei auftretenden Problemen hilft. Dort musste ich heute zu erst einige Anfrageformulare erfassen und anschließend in Excel zusammenführen. Danach erstellte ich eine Checkliste für UK Visas & Immigration, welche nun von den Studenten verwendet wird. In der Mittagspause traf ich mich wie gewohnt in der Cafeteria neben dem Bookshop, wo Jenny, Lisa, André und Miles arbeiten. Am Nachmittag durfte ich dann noch ein bisschen schreddern und verschiedene Daten den jeweiligen Studenten zuordnen.
Den Abend verbrachten manche in einem Musikstudio, wo sie ihre musikalische Ader ausleben konnten und einige Lieder selbst komponiert haben. Jenny, Chiara, Lisa und ich waren mit den Japanerinen aus unserer Gastfamilie Schlittschuhlaufen und ließen den Abend dann anschließend noch im Stoke Pub ausklingen. 

Greetings
Selina Alter

Samstag, 06. April 2019: 2. Freier Tag
Für unseren 2. freien Tag in England plante ein Teil der Gruppe gemeinsam einen Ausflug nach Twickenham ins Stadion zum Rugbyspiel Bath Rugby vs. Bristol Bears, während der Rest einen Trip nach London ins Auge gefasst hatte. Die, die sich für das Rugby entschieden hatten, trafen sich nach genügend Schlaf und ausgiebigem Frühstück um 11:30 Uhr Hauptbahnhof in Guildford. In Clapham Junction, unserem Zwischenhalt, trafen wir auch schon die ersten Fans mit ihren Trikos und Schals. In Twickenham angekommen, mussten wir zusammen mit Tausenden von Menschen zum Stadion laufen. Auf dem Weg dorthin waren etliche Food Trucks mit verschiedenem Fingerfood und kleine Stände mit Fanartikeln. Nachdem wir uns mit genügend Fanartikeln eingedeckt hatten, kauften wir einen Snack an einem der Food Trucks, bevor wir unsere Plätze aufsuchten. Wir unterhielten uns noch mit ein paar Engländer, wobei wir herausfanden, dass dies ein Topspiel sei, und dass die Stadien der zwei Kontrahenten für 61.000 Zuschauer viel zu klein sei, weshalb sie in Twickenham spielten.
An den Plätzen angekommen, begann auch schon die Eröffnungsshow. Mit riesigen Fahnen, Feuer, Tänzerinnen, Luftballons, bis hin zu farbigen Kanonen am Dach wurde das Spiel eingeleitet. Wir waren sehr überrascht von der riesigen Show vor dem Spiel! Nachdem wieder alles abgebaut war, liefen die Teams ein. Und schon ging es los. Bath machte schon in der 5. Minuten einen Try. Doch das Team aus Bristol ließ nicht lange auf sich warten. Es war ein sehr spannendes Spiel. Team Bristol kämpfte bis zum Ende, doch letztlich ging es 29:19 für Bath aus.
Nach dem Spiel gingen wir nochmals in ein Fanshop, um uns mit weiteren Fanartikeln auszustatten. Als wir alle genug Artikel hatten, beschlossen wir, nicht wie davor besprochen im Twickenham etwas zu essen, sondern erst mal wieder zurück nach Guildford zu fahren. Also fuhren wir alle sehr müde und mit sehr viel neuem Sportwissen nach Guildford, wo wir uns verabschiedeten, um dann Zuhause bei unseren Gasteltern zu essen. Alle waren sehr begeistert von diesem Tag und würden jederzeit wieder so ein Sportevent besuchen.

Best regards!
Lisa Schäfer

Sonntag, 07. April 2019: Exkursion nach Brighton
Der Sonntag begann schon früh, um 8:30 Uhr war Treffpunkt am Bahnhof in Guildford. Zwei Stunden dauerte die Fahrt bis nach Brighton. Nach unserer Ankunft sind wir direkt zum Strand gelaufen und erreichten den Pier bei schönem Wetter. Dieser besteht aus einer großen Spielehalle, Achterbahnen und Attraktionen wie auf der Kirmes. Nach dem Pier waren wir am Strand und genossen für eine Weile das schöne Wetter. Dann war schon Mittagspause, die wir in einem Italienischen Restaurant zusammen gemacht haben. Unser zweiter Programmpunkt war das Sea Life, wo leider das Hauptbecken geschlossen war. Trotzdem war es sehr interessant und schön. Unser letzer Punkt auf der Agenda war der Royal Pavilion, welcher von außen indisch und innen chinesisch aussieht. Per Audioguide erfuhren wir sehr viel Spannendes über den Pavilion, aber auch über Prinz George, den späteren König George IV. Danach ging es schon wieder mit einer 2stündigen Fahrt zurück nach Guildford. Am späten Abend haben wir zu viert den Tag bei unserer Gastfamilie ausklingen lassen.

See ya
Marius Mechler

Montag, 08. April 2019: Sprachkurs am Guildford College
Wie bereits in meinem letzten Bericht erwähnt, ist das Aufstehen bei uns eine große Aufgabe. Wer bekommt den Fuß aus dem Bett? Hat überhaupt jemand den Wecker gestellt? All das sind die Fragen, die wir uns immer viel zu spät oder gar nicht stellen. Wie auch immer, so haben wir auch an diesem Morgen wieder (fast) verschlafen und durch die Einteilung des Bades kam ich an diesem Morgen nicht zum Essen. Google Maps zeigte uns also 35 Minuten zum College an, die Uhr wiederrum 9:06. Man muss kein Mathegenie sein, um festzustellen, dass uns das niemals zum Unterrichtsbeginn um 9:30 reichen würde. Also legten wir einen unfassbar anstrengenden Powerwalk ein, der uns schon am frühen Morgen komplett aus der Puste brachte und kamen, wider Erwarten, doch pünktlich zum Unterricht an. Am Morgen im College redeten wir viel über das Thema Marketing und schauten uns dementsprechend einige Werbeclips auf YouTube an. 
Wie beeinflusst die Werbung die Zuschauer und ähnliche Themen wurden besprochen. In der Mittagspause saßen wir dann kurz im Stoke Pub und genossen die Pizza, die es montags für nur 5£ gibt. Danach machten wir uns schnell auf den Weg zurück ins Klassenzimmer und fingen mit den letzten zweieinhalb Stunden College an, die es im Projekt noch geben sollten. Nachdem wir also unser eigenes Werbeplakat für ein fiktives Parfüm designen sollten und mit unserem überaus freundlichen Lehrer Patrick noch ein Abschlussinterview führten, machten wir uns also auf den Weg nach Hause. Da Atilla und ich für unsere Gasteltern kochen wollten, kauften wir dementsprechend allerlei Zutaten für unser Gericht „Käsespätzle mit Linseneintopf und Gurkensalat“ ein und mussten teilweise raten, was denn „Brandweinessig“ auf Englisch bedeuten könnte. Nach einigen Minuten fanden wir dann aber alle Zutaten, nahmen uns noch einen relativ guten Wein mit und machten uns auf den Weg nach Hause. Dort angekommen, bereiteten wir bereits das Abendessen vor – schnitten also das Gemüse, hörten dabei Musik und tranken ein gutes Glas Wein mit unserem Gastvater. Der Abend endete nach einem langen, entspannten Dinner dann relativ ruhig in der Küche unserer Gastfamilie bei einer angenehmen Konversation mit unseren Gasteltern.

Milan Steiner

Dienstag, 09. April 2019: Praktikum im Appleseed Book- and Printshop 
der University of Surrey
Unser Tag begann wie jeden Morgen um 7 Uhr mit dem Weckruf eines nervtötenden Vogels. Wie jeden Morgen nahmen wir unser gewohntes Frühstuck ein und machten uns um Viertel nach 8 auf den Weg zu unserem Praktikumsplatz. Guildfords Straßen waren an diesem Morgen kalt und nass. Was aus die Folge von 'vorbeifahrendes Auto und Pfütze' sein kann, durfte ich am eigenen Leb erfahren. Überpünktlich kamen wir an unserem Praktikumsplatz an, genügend Zeit sich nach morgendlichen "Pfützen-Dusche" sauber zu machen. Der Morgen startete ruhig mit dem Anbringen von Preisschildern. Allgemein war es im Appleseed Bookshop sehr ruhig. Viele der Studenten haben über die Osterferien die Chance ergriffen nach Hause zu fahren. Somit sind gerade nicht viele Studenten auf dem Campus zu sehen. Ab ca. 11:30 Uhr sollten Lisa und ich rüber in den Printshop und etwas für die Graduation vorbereiten.
Nach der Mittagspause übernahmen Miles und André diese Aufgabe und Lisa und ich machten uns zusammen mit Amy und Sam auf den Weg, den Pop-up Shop vorzubereiten. Wir füllten die Regale und Ständer mit verschiedensten Souvenirs der Universität, versahen alle mit den entsprechenden Preisschildern und verstauten die restlichen Kartons. Um 17 Uhr war der erste Praktikumstag der Woche auch schon wieder vorbei und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Zuhause angekommen ruhten wir uns etwas aus und um 19 Uhr trafen wir uns mit den anderen im Stoke Pub zum gemeinsamen Abendessen und Fußball schauen.

Schöne Grüße aus Guildford
Jenny Krassmann

Dienstag, 09. April bis Donnerstag, 11.April 2019: 
Besuchstour Nr. 2 an den Praktikumsplätzen
In der 3. Woche des ILWEA-Aufenthalts werden unsere Auszubildenden ein zweites Mal an ihren Praktikumsplätzen besucht, um die Eindrücke sowohl von den Teilnehmern als auch der Betriebe einzuholen. Der äußerst verregnete englische Tag begann mit dem Besuch von Christian bei Techonolgy Resourcing, einer modernen Mitarbeitervermittlung für hochqualifizierte Informatiker und Ingenieure. Derek, Christians Chef, bewunderte Christians Tatkräftigkeit und sein technisches Können. Er konnte durch die Installation neuer WLAN-Router die Internetproblem beheben, die die Firma zu diesem Zeitpunkt hatte.
Weiter durch den Regen ging es zu Marius bei Surrey Highways. Um 11.00 Uhr saß er vertieft bei der Arbeit und fügte GPS-Daten in das ihm in den letzten drei Wochen bekannt gewordene GIS (Geographic Information System) ein. Während seiner Zeit bei Surrey Highways hat Marius dazu beigetragen, die Fußwege im County Surrey neu zu kartografieren. Sein Praktikumsbetreuer Jakub, ein begeisterter Techniker, berichtete, wie die Daten per Tablet und GPS gesammelt werden und wie sie Marius dann in das System einfügt. Das ist übrigens eine Arbeit, die auch englische Auszubildende machen, was zeigt, dass die ILWEA-Teilnehmer einen wichtigen Beitrag für die Betriebe leisten.Nach einem weiteren interessanten Besuch an diesem Tag ging es mit Bus und zu Fuß zur University of Surrey, wo insgesamt fünf der ILWEA-Teilnehmer im Appleseed Bookshop, in der Druckerei der Universität und im International Center arbeiteten. Lisa, Jenny, Miles und André waren zunächst an ihrem Stammarbeitsplatz nicht anzutreffen. Sie waren damit beauftrag, einen zweiten Laden für die bevorstehende Graduation Week einzurichten, auszustatten und zu dekorieren. Ihre Mentorinnen Alex und Sam berichteten, wie tatkräftig die deutschen Praktikanten bei Arbeiten seien und mit wie viel Eifer sie ihre Aufgaben im Nu erledigten. Einen kurzen Fußmarsch weiter arbeitet Selina. Sie erhielt einen Einblick in die Stundenakquise britischer Universitäten und war damit betraut worden, sich um Visa- und Einwanderungsangelegenheiten zu kümmern. Stolz berichtete sie, dass eine von ihr entworfene Checkliste noch am selben Tag in der Abteilung zu Einsatz kam. Nach einer kurzen Pause und einem kleinen Fußmarsch zu Zenon Aviation konnte man erleben, wie Chiara im Team der Firm aufgenommen worden war. Ihre beiden Mentoren Kevin und Cassie lobten Chiaras Fleiß und betonen, wie wichtig ihre Arbeit für Zenon Aviation gewesen sei und dass sie Chiara gerne weiter beschäftigen würden, wenn sie nicht zurück nach Deutschland müsse. Der Mittwochmorgen führte die Lobeshymen auf unsere ILWEA-Teilnehmer fort, was sich sogar im Wetter niederschlug. Milan ist Teil des IT-Teams im Guildford Borough Councils, der Stadtverwaltung und eine wertvolle Hilfe, vor allem als es um die hausinterne Server- und Computerwartung ging. Seine Qualifikation sei für einen Praktikanten nicht der Standard, so sein Mentor. Ein besonderes Privileg war auch bestimmt, dass Milan mithalf, die IT-technische Seite für die anstehenden Kommunalwahlen am 02. Mai 2019 mit aufzubauen. Man bedenke, dass ihm sogar ein Arbeitsangebot für das Jahr 2020 gemacht wurde, was sicherlich für ihn und das Programm spricht.
Der letzte Praktikumsbesuch am Donnerstag setzte sich thematisch im Bereich IT fort. Attila ist in dieser Woche in der IT-Abteilung des Guildford College tätig. Nachdem er zunächst das Team der ActiveZone unterstützt hatte, bereitet er nun neue Tablets für die Studenten im kommenden Semester vor. Auch hier zeigt sich wieder, dass das ILWEA-Projekt sowohl unsere geschätzten englischen Praktikumsbetriebe als auch unsere Auszubildenden nach vorne bringt: ob in der Mitarbeiterakquise in der Industrie, der Arbeit im Straßenbauamt, der Universität, dem College oder der Stadtverwaltung, ein gegenseitiges Profitieren war an jedem Praktikumsplatz spür- und sichtbar.

Betreuende Lehrkraft

Freitag, 12. April 2019: Praktikum im Appleseed Book- and Printshop 
der University of Surrey 
Letzter Arbeitstag, letzter Freitag, letzte Möglichkeit abends etwas Größeres zu unternehmen. Das haben wir getan. Doch zunächst einmal Eindrücke vom letzten Tag im Book & Printshop der University of Surrey. Mittwoch bis Freitag war Graduation Week an der Universität. Das heißt, dass hunderte Studenten mit ihren Hüten und Roben ihren Abschluss feierten. Deshalb haben wir am anderen Ende des Geländes einen Stand aufgebaut, an welchem wir, genau wie im Bookshop, Merchandise für die Universität verkauften. Es war sehr viel stressiger als die letzten Tage. Wer will nicht passend zu seinem Abschluss noch einen Teddybären mit Studentenhut oder einen Hoodie mit Uni-Logo kaufen? Wenn dann die reichen Eltern der Abgänger für 200 Pfund Kleinkram kaufen, kommt man hinter der Kasse schonmal ins Schwitzen. Aber wir haben das ganze aber souverän gemeistert. Am Abend wollten wir es dann ein letztes Mal krachen lassen und entschieden uns London unsicher zu machen. Kaum von der Arbeit Zuhause, ging es dann nach dem letzten Dinner bei Eileen, unserer Gastoma, Richtung Bahnhof und Richtung London Waterloo. Es sollte eine lange Nacht werden. Der letzte Zug fuhr bereits um 0:04 Uhr nach Hause… was für uns natürlich viel zu früh war. Deshalb war der Plan, den ersten Zug um 5 Uhr morgens zu nehmen.
Nach dem ein oder anderen Getränk und einigen Tanzeinlagen schloss der letzte Club dann allerdings bereits um 3 Uhr. Wir hatten also noch zwei Stunden. Diese nutzen wir dafür Big Ben, das London Eye und die Straßen Londons ein letztes Mal in voller Pracht, beleuchtet bei Nacht zu genießen. Um kurz vor fünf kamen wir dann wieder an der London Waterloo Station an und fuhren (der Großteil der Gruppe schlafend) nach Hause nach Guildford.
Ich kann meinerseits abschließend nur sagen, dass das Projekt England ein einziger Erfolg war. Ich durfte so viele tolle Erfahrungen sammeln und Leute kennenlernen. Ich würde sofort wieder hierher fliegen und empfehle allen, die in Zukunft noch die Möglichkeit bekommen, diese zu ergreifen! Es lohnt sich!

Auch nochmal ein Dankeschön an das Organisationsteam! Es hat sehr viel Spaß mit Ihnen gemacht!

Over and out!
Miles Repp

Sonntag, 14. April 2019: Back to Germany 
An diesem Sonntagmorgen klingelte der Wecker bei uns allen bereits sehr früh. Um 5.45 Uhr – viel früher als man eigentlich an einem Arbeitstag in England hätte aufstehen müssen. Die Vorboten des frühen Aufstehens verkündeten auch: der Aufenthalt der deutschen Praktikanten im UK musste an diesem 14. April leider zu Ende gehen. Die Koffer waren teilweise gepackt – oder auch nicht - was dafür noch zu erledigen war, wurde jetzt jedenfalls auf schnellstem Wege getan. Nach einer Dusche ging es zum Frühstück, wo jam, ham und Co. bereits warteten. Wer sich etwas unter Zeitdruck fühlte, hatte nicht ganz unrecht. Denn schon um 6.45 Uhr wurden wir von zwei Taxen von zu Hause aus abgeholt und um nach Heathrow gebracht zu werden. Dieser Plan ging eigentlich auch fast ganz auf, hätten alle Koffer in die dafür vorgesehen Fahrzeuge gepasst. Aber flexibel wie wir waren, wurde auch dieses Problem im Handumdrehen gelöst: Ein Koffer wurde vertrauensvoll bei einer Gastfamilie zurückgelassen, wo das zweite Taxi der Gruppe ihn nach einem kurzen Umweg einfach aufgabelte.
Was man an diesem Morgen feststellen konnte, war vor allem, dass sich das „Gast“ in Gastfamilien so nicht mehr ganz rechtfertigen ließ. Die Verabschiedungen von Gasttöchtern und -söhnen, die man an den Haustüren verfolgen konnte, zeugten eher davon, dass Freundschaften entstanden waren. Hin und wieder war es auch kaum zu leugnen, dass dem einen oder anderen kleine Tränen in den Augen standen. Mit herzlichen Umarmungen versprach man sich in Kontakt zu bleiben. „Please drop by when you are in England,“ so das Angebot. Nach 30 Minuten Fahrt von Guildford nach London Heathrow, Terminal 2 fand sich dann die gesamte ILWEA-Gruppe vereint am Check-in Schalter ein, wo noch einmal die Gepäckbestimmung der Airlines diskutiert wurden. Nachdem dann alle erfolgreich die Sicherheitskontrolle passiert hatten, wurde die verbleibende Zeit genutzt, um sich letzte Souvenirs und Snacks zu besorgen – sofern es das übrige Budget es zuließ.
Mit einer kleinen Verspätung, aber fast ganz pünktlich landeten wir nach einer Stunde Flug in Frankfurt. Mit viel Vorfreude auf Familie, Freunde und ein bisschen auch auf Mamas und Papas Hausmannskost, verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander. Alle waren sich einige: das Praktikum im Vereinigten Königreich hat nicht nur die nationalen, sondern auch die internationalen Banden gestärkt.

Betreuende Lehrkraft
 
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