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"Zerbricht die Europäische Währungsunion?"
In Kooperation mit der Volksbank Franken eG und mit der Schulleitung der Frankenlandschule Walldürn veranstalte-te der Verein der Freunde der Frankenlandschule Walldürn auch in diesem Jahr wieder - zwischenzeitlich bereits zum 23. Mal – am Donnerstagabend in der mit ca. 450 erschienenen geladenen Gästen und Besuchern gut besetzten Walldürner Nibelungenhalle im Rahmen des Forums "Wirtschaft, Gesellschaft und Politik" einen sehr interessanten Vortragsabend zum Thema "Zerbricht die Europäische Währungsunion?", zu dem man als Referenten des Abends Prof. Dr. Hartwig Webersinke - Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg - gewinnen konnte.
Zu Beginn dieser 26. Veranstaltung im Rahmen des Forums "Wirt-schaft und Politik" konnte Klaus Holderbach als Vorstandsvorsitzender und Bankvorstandsmitglied der Volksbank Franken neben dem Referenten des Abends stellvertretend für alle erschienenen Gäste und Besucher aus den Bereichen Wirtschaft, Industrie, Hand-werk, Behörden, Kommunen, Schulen, Bundeswehr und Politik insbesondere MdB Alois Gerig, Landrat Dr. Achim Brötel, alle anwesenden Kreisräte, Gemeinderäte, Ortsvorsteher und Ortschaftsräte, die offiziellen Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen der Region, der Behörden und der Verbände, der Kirchen und der Bundeswehr, die Repräsentanten der zahlreichen Verbundunternehmen, die Vorstandsmitglieder der benachbarten Volksbanken, die Mitglieder des Aufsichtsrates der Volksbank Franken, sowie die erschienenen Bankdirektoren i. R. und die ehemaligen Schulleiter der Frankenlandschule Walldürn begrüßen.
Eine ganz besondere Freude war es Bankdirektor Klaus Holderbach, allen anwesenden Gästen und Besuchern den Referenten des Abends, den Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Hochschule Aschaffenburg, Prof. Dr. Hartwig Webersinke, persönlich vorzustellen. Wie er im Verlauf einer kurzen „Vita“ von Prof. Dr. Steffen Sebastian aufzeigen konnte, ist dieser dem 01. März 1999 Professor für Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Immobilien) an der Hochschule Aschaffenburg mit u. a. den Lehrgebieten Finanzierung und Investition, Asset Management, Kapitalmarkt- und Portfoliotheorie. Seit 2005 ist er Dekan der mehr als 1.600 Studierende und 50 Professorinnen und Professoren umfassenden Fakultät Wirtschaft und Recht. Zwischen 1989 und 1999 war er als Chefanalyst für die Aktien- und Rentenanalyse der BHF-Bank AG in Frankfurt verantwortlich. Seit 2013 ist er Gründer und Leiter des Instituts für Vermögensverwaltung in der Hochschule Aschaffenburg, das umfangreiche Befragungen und Forschungsarbeiten zum Markt der Vermögensverwalter durchführt. Heute ist Prof Dr. Webersinke Mitglied in zahlreichen Anlageausschüssen und Beiräten von Spezial- Publikumfonds. Er begleitet seit vielen Jahren Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften im Rahmen von Aufsichtsratsmandaten und berät seit 25 Jahren zu Fragen der Demographie, der strategischen Kapitalanlage und des Risikomanagements.
Wie Bankdirektor Klaus Holderbach abschließend in Hinblick auf den danach dann folgenden Vortrag von Prof- Dr. Steffen Sebastian schließlich noch kurz anmerken konnte, denke er, dass das sicherlich spannende Thema „Zerbricht die Europäische Währungsunion?“ ganz sicherlich nicht nur durch den Austritt Großbritaniens aus der Europäischen Union diese Frage in einem brisanten Licht erscheinen lasse.
Nach dieser persönlichen Vorstellung des Referenten dieses Vortragsabends durch Bankdirektor Klaus Holderbach fesselte dieser danach dann die rund 450 Gäste und Zuhörer in der Walldürner Nibelungenhalle im Verlauf seines sich dieser Begrüßung anschlie-ßenden einstündigen Vortrages mit seiner versierten und überzeu-genden Vortragsweise, mit seiner sympathischen und angenehmen Art des Vortrags, mit einer beeindruckenden Power-Point-Präsentation, und schließlich mit seiner rhetorischen Brillanz. Immer wieder verstand er es blendend, die Zuhörer im Saal geistreich, versiert, hintergründig in seinen Bann zu ziehen und diesen Abend so zu einem beeindruckenden Vortragserlebnis werden zu lassen. Wahrlich ein sehr interessanter und zugleich sehr informativer Abend – ein Vortragsabend, der ankam, und der jedem Zuhörer in der Halle ganz sicherlich etwas Brauchbares und Nützliches mit auf den Nachhauseweg gab.
Wie Prof. Dr. Hartwig Webersinke zu Beginn seines Vortrages recht kritisch anmerken konnte, ist der Europäische Einigungsprozess in den letzten Jahren ganz offensichtlich ins Stocken geraten und viele Wähler befänden sich auf der Flucht, und fühlten sich als Verlierer der europäischen Gemeinschaft.
Näher auf das Wachstum der alten Welt in den zurückliegenden 25 Jahren eingehend und hierbei die Wachstumsraten in der Bundesrepublik Deutschland, in den USA und in Japan konnte der Referent aufzeigen und feststellen, dass das Wachstumspotenzial gerade in den letzten Jahren bedingt durch verschiedene Faktoren gerade in den letzten Jahren immer wieder stark eingeschränkt wird und sich momentan auf einem Wachstums-Level von 0 - 2 Prozentpunkten bewegt. In der Bundesrepublik Deutschland und in großen Teilen der EU gehe es den dort lebenden Menschen gut, doch einen Konjunkturzyklus sei momentan nicht feststellbar und in Europa seien gäbe es momentan zahlreiche besondere Sorgen und Struktur-probleme. Wachstum sei dort weiterhin vorhanden, aber keine Dynamik mehr.
Für dieses Jahr erwarte der IWF ein Weltwirtschaftswachstum von 3,5Prozent, nach jeweils 3,1 Prozent in den Jahren 2015 und 2016, und für das kommende Jahr 2018 werde ein Weltwirtschaftswachstum von 3,6 Prozent erwartet. In Europa dagegen könne dagegen durch die politischen Belastungen dagegen nur lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent erwartet werden. Kaum Impulse festzustellen seien durch die junge Welt.
Näher auf den Einkaufmanagerindex in der Eurozone, in der USA und in China seit dem Jahr 2009 mit ständigen Schwankungen, aber in den letzten Jahren leicht steigenden Bilanzzahlen eingehend, und danach dann in einem kurzen Ausblick auf die Jahre beiden kommenden Jahre verschiedene Frühindikatoren ansprechend, versuchte der Referent deutlich zu machen, dass bedingt durch den Brexit negative Wachstumssignale für die Weltwirtschaft im kommenden Jahr 2018 zu erwarten seien. In Europa müsse trotz politischer Krisen zwar nicht mit einer Rezession, aber mit Wachstumsbelastungen gerechnet werden. Wie die Wachstumsdynamik in den USA aussehe, sei ungewiss, doch man sei dort guter Hoffnung. Ein wenig verbessert habe sich die Wachstumsdynamik.
Mit keinen starken Impulse zu rechnen sei momentan aus den Schwellenländern.
Als ein Trauerspiel nannte Prof. Dr. Hartwig Webersinke den Brexit. Wenn künftig jeder in Europa alleine seinen eigenen Weg gehe, führe dies zum Verlust des momentanen Wohlstandes. Nur eine vertrauensvolle und harmonische Gemeinschaft und Partnerschaft seien auch künftighin ein Garant für mehr Wohlstand . Oh-ne ein gemeinschaftliches Agieren in Europa sei ein volkswirtschaftlicher Schaden unumgänglich. England mit dem Brexit sei hier wahrlich als eine erste Negativ-Erscheinung zu sehen und Großbritannien kein guter Standort mehr in Punkto eines gemeinschaftlichen Europas.
Einen Blick auf den Geschäftsklimaindex Deutschland werfend, konnte der Referent feststellen, dass momentan zwar der Anlass zur Sorge bestünde, dass es uns Deutschen aber auch noch nie so gut gegangen sei wie gerade heute.
Gerade für junge Leute würden sich wunderbare Perspektiven eröffnen, sofern sie eine gute schulische und berufliche Ausbildung sowie dadurch bedingt auch entsprechende Qualifikationen nachwiesen könnten. Im Mittelpunkt des nächsten Zyklus stünde dabei vor allem die Digitalisierung. Näher die Frühindikatoren Deutschland und Europa beleuchtend wurde von Prof. Dr. Hartwig Webersinke sehr bedauert, dass man in Europa derzeit in der gemeinsamen Entwicklung bedauerlicherweise etwas auseinander, und dennoch bestünde nach wie vor die berechtigte Hoffnung auf ein weiteres Wirtschaftswachstum für die Jahre 2017 und 2018 in Deutschland (+ 1,8 Prozent).
Keine nennenswerten Reformfortschritte seien momentan bei den „Olivenstaaten“ festzustellen. Problemschwerpunkt seien Italien und Frankreich, die mit wichtigsten Partner für die Bundesrepublik Deutschland innerhalb der EU. Das italienische Bankensystem sei fast insolvent, und nach dem Referendum keine Reform- und Wachstumsperspektive festzustellen. Die Frage sei, ob Frankreich mit seinem neuen Präsidenten Macron reformbereit, und man können nur hoffen und wünschen, dass es mit Macron und dessen Reformbemühungen nun zügig vorangehen werde. Europas Wähler seien derzeit auf der Flucht, und es seien immer wieder politische Fliehkräfte durch die Radikalisierung der Wähler festzustellen. In einem wohlhabenden Europa seien solcher Veränderungen nicht mehrheitsfähig! Hier würden sich leider echte Hintergrundprobleme auftun und man diese Bedrohung und zunehmenden Spannungen Schritt für Schritt spüren. Darunter leide die europäische Solidarität, und in Punkto Wirtschaftsförderung wisse man oft nicht, was mit EU-Fördergeldern geschehe. Ein trauriges Beispiel sei hier Griechenland. Die Frage in den Raum stellend „Wird Europa kleiner?“ versuchte der Referent aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass der Austritt Englands aus der Währungsunion des EURO einen echten Balanceverlust darstelle.
Nach weiteren detaillierten Ausführungen von Prof. Dr. Hartwig Webersinke über Gesamt- und Kerninflation der EWU seit 2008 und der Leitzinsentwicklung in den Jahren von 1980 bis heute in Deutschland, in Europa, in den USA und in Japan und der Entwick-lung des Wechselkurses von ES-Dollar und EURO seit dem Jahr 1999 konnte der Referent abschließend noch einmal zusammenfassend feststellen:
  • Deutschland und den Deutschen geht es gut!
  • Es gibt nach wie vor ein ordentliches Weltwirtschaftswachstum mit weiter wachsenden politischen Risiken - aber guter Unterstützung durch halbierende Energiepreise.
  • Eine extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank stützt immer wieder Europa - „Es gibt keine Tabus!“
  • Europäische Wähler entscheiden über die Zukunft Europas!
  • Die Währungsunion überlebt, aber nicht alle bleiben an Bord.
Nach einer sich dem Vortrag noch anschließenden kurzen Diskussionsrunde dankte zum Abschluss dieses recht interessanten und sehr informativen Vortragsabends Oberstudiendirektorin Felizitas Zürn als Schulleiterin der Frankenlandschule Walldürn dem Referenten im Namen aller Zuhörer sowie im Namen der drei diesen Vortragsabend veranstaltenden Institutionen „Verein der Freunde der Frankenlandschule Walldürn“, „Volksbank Franken“ und „Frankenlandschule Walldürn“ noch einmal sehr herzlich für dessen versierte, brillante und interessante sowie sehr informative Darstellung dieses hochinteressanten Vortragsthemas „Zerbricht die Europäische Währungsunion“ und überreichte ihm zusammen mit Bankdirektor Klaus Holderbach und dem 1. Vorsitzenden des Fördervereins der Freunde der Frankenlandschule ein kleines Dankes- und Anerkennungspräsent.
Diesen Dankesworten und der Scheckübergabe zum Abschluss des of-fiziellen Teiles dieses Vortragsabends schloss sich dann noch ein kleiner Stehempfang an.



 
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