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Die Bundestagswahl intensiv erlebt...


Im Rahmen der Projekttage am 20./21. Juli wurde von den beiden Lehrern Ferdinand Winkler und Markus Geier ein Projekt zu dem Thema „Bundestagswahl 2017“ angeboten. Die teilnehmenden Schüler erfuhren in diesen beiden Tagen in einer ausgewogenen Mischung von Theorie und Praxis eine intensive Auseinandersetzung mit dem im September anstehenden politischen Großereignis. Die Teilnehmer konnten wichtige Kenntnisse im Hinblick auf das Wahlrecht, Parteienspektrum und Wahlprogramme, Wahlkampf, Durchführung eines Wahlvorgangs und Berechnung der Sitzverteilung im höchsten deutschen Parlament sammeln.
Zu Beginn des Projekts erfolgte eine Vorstellungsrunde, bei der die Schüler auch ihre Erwartungen und Vorstellungen über den Ablauf der beiden Tage äußerten. Nachdem die verantwortlichen Lehrer anschließend die geplante Tagesordnung erläuterten, erfolgte der Einstieg in das Projekt, indem die Schüler ihre wichtigsten Gründe darstellten, warum Wählerinnen und Wähler sich an den Wahlen beteiligen sollten. Im Folgenden stand die Behandlung des Wahlrechts bei der Bundestagswahl im Fokus, wobei wesentliche Begrifflichkeiten wie Erststimme, Direktmandat, Zweitstimme, Verhältniswahlrecht, Überhangmandat, Ausgleichsmandat usw. definiert wurden. In der nächsten Phase errechneten die Schüler mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogrammes beispielhaft an vorgegebenen Ausgangsdaten die Wahlbeteiligung und Sitzverteilung der Parteien infolge einer Bundestagswahl.
Nach dieser praktischen Einheit gaben Herr Winkler und Herr Geier einen Überblick auf die bisherigen 18 Bundestagswahlen und deren Besonderheiten. Schließlich wurde der erste Projekttag mit der Auseinandersetzung mit dem Thema „Sonntagsfrage“ abgeschlossen. Den Schülern wurde anschaulich geschildert, wie Prognosen zustande kommen und welcher Zusammenhang zwischen Vorhersagen zum Wahlausgang und Meinungsumfragen innerhalb der Bevölkerung und dem Verhalten von Parteien und Politikern besteht. Dabei wurde auch deutlich, dass einerseits ein berechtigtes Interesse an so einem Meinungsbild besteht, andererseits jedoch die von verschiedenen Meinungsinstituten vorgenommenen Untersuchungen auch von vielen Faktoren abhängen, die einen kritischen Blick auf die Ergebnisse erfordern.
Die erste Phase des zweiten Projekttages hatte den Wahlkampf zum Inhalt. Hierbei wurden die traditionellen und neueren Formen von Wahlkampf veranschaulicht und Kriterien an einen „idealen Wahlkampf“ erarbeitet. Auch das Thema „Wahl-O-Mat“ fand hier Berücksichtigung. Anschließend recherchierten die Schüler zu den Parteien, die voraussichtlich dem nächsten Bundestag angehören werden, grundlegende Fakten wie Gründungsdatum, Vorsitzende(r), Mitgliederanzahl und Direktkandidat im Wahlkreis Odenwald-Tauber. In diesem intensiven Projektabschnitt erarbeiten die Schüler aufgrund verschiedener Materialien die wesentlichen Ziele und Inhalte der einzelnen Parteien.
Im weiteren Verlauf simulierten die Teilnehmer den Ablauf der Wahl an einem Wahlsonntag. Dazu wurde das Klassenzimmer in einen Wahlraum mit Wahlhelferbereich, Wahlkabine und Wahlurne „umfunktioniert“. Jeder Schüler durfte dabei mithilfe von musterhaften Wahlbenachrichtigungskarten und Stimmzetteln in die Rolle eines wahlberechtigten Bürgers treten. Ebenso kontrollierten die Schüler in rollierendem Durchlauf als Wahlhelfer die Wahlberechtigung im Wahlraum „Frankenlandschule“ und ermittelten durch Stimmauszählung und Überprüfung das Wahlergebnis.
Nach dieser Praxisorientierung stand im Folgenden ein Vergleich des deutschen mit internationalen Wahlystemen auf dem Programm. Insbesondere wurde der Blick hierbei auf die USA und die Schweiz gerichtet. Den Schülern wurde verdeutlicht, dass in den USA bei der Präsidentschaftswahl anstelle eines Verhältniswahlrechts das sogenannte Mehrheitswahlrecht im Sinne von „The winner takes it all“ Verwendung findet. Die Besonderheit des politischen Systems in der Schweiz ist der hohe Stellenwert der direkten Demokratie, welche Schweizerinnen und Schweizern ermöglicht, anhand von Volksinitiativen und –entscheiden unmittelbar an der Geseztgebung teilzuhaben.
Schließlich wurde den Schülern aufgezeigt, auf welche Art und Weise Jugendliche und (junge) Erwachsene Zugang zu einem politischen Engagement finden. Hierbei erwähnten die Projektleiter die Jugendorganisationen der deutschen Parteienlandschaft und zeigten Möglichkeiten zu politischen Laufbahnen auf (z.B. Ortschafts- und Gemeinderat, Bürgermeister bis hin zu Abgeordenten höherer Parlamente).
Abgeschlossen wurden die beiden Projekttage mit einem Feedback, in dem die Schüler eine durchweg positive Resonanz rückmeldeten. Nicht zuletzt dieses erfreuliche Echo ist für die beiden Lehrkräfte Herr Winkler und Herr M. Geier ein Grund, dieses Projekt auch in Zukunft anzubieten.

Ferdinand Winkler und Markus Geier

 
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