3.3 - Steppenwolf - Homepage Frankenlandschule

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Der „Steppenwolf“ besucht die Frankenlandschule Walldürn

Dem französischen Philosophen Voltaire wird das Zitat zugeschrieben: „Das Theater bildet mehr als ein dickes Buch“. Ob der „Steppenwolf“ von Hermann Hesse mit seinen 242 Seiten ein dickes Buch ist, mag jeder für sich selbst einschätzen, in jedem Fall ist der Roman aber auch in diesem Jahr eine der Pflichtlektüren im Deutschabitur. Die Schülerinnen und Schüler der Frankenlandschule hatten nun die Möglichkeit, Voltaires Zitat auf seine Aktualität hin zu überprüfen. Denn das Karlsruher Theaterprojekt „THEATERmobileSPIELE“ gastierte für einen kompletten Vormittag vor Ort in der Schule in Walldürn.

Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Studiendirektor Frank Stephan gab es insgesamt drei Vorführungen für die Klassen der beiden Jahrgangsstufen aus dem Wirtschaftsgymnasium. Das Besondere an dem Projekt ist zum einen, dass das Theater samt Bühne und Schauspieler in die Schule kommt, um dort die Literatur aus dem „dicken Buch“, das man zuvor im Unterricht gelesen hat, live erlebbar zu machen. Zum anderen waren die Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt, wie die gesamte Handlung des Romans durch einen einzigen Schauspieler dargestellt und ein normaler Klassenraum in eine Theaterbühne verwandelt wurde.

Durchführende sind lediglich der Regisseur Thorsten Kreilos sowie der Schauspieler Julian W. Koenig in der Rolle des innerlich zutiefst zerrissenen „Steppenwolfs“ Harry Haller. Durch Projektionen auf den Wänden sowie Einspielungen auf einem Bildschirm kann Harry ständig mit den anderen Figuren des Romans kommunizieren und auf diese Weise wird die komplette Romanhandlung dargestellt, die ihren Höhepunkt im Spiegelkabinett des Magischen Theaters findet. Am Ende der drei Vorführungen standen Regisseur und Schauspieler den teilnehmenden Klassen noch bereitwillig Rede und Antwort, es gab die Möglichkeit für Feedback und Fragen.

Besonders gelobt wurden hier die enorme Textsicherheit von Julian W. Koenig sowie das intensive Theatererlebnis durch die geringe Distanz des Publikums zum Geschehen. Auch die begleitenden Lehrkräfte freuten sich über die gelungene Erweiterung des Deutschunterrichts und das bessere Verständnis des Romans durch das direkte Erleben der Literatur aus den Unterrichtsstunden. Es war nach dem Schuljahr 2019-20 bereits das zweite Mal, dass „THEATERmobileSPIELE“ an der Frankenlandschule zu Gast war und sicher war es nicht das letzte Mal, denn am Ende stimmten alle dem Aufklärer Voltaire zu: Das Theater bildet noch etwas mehr als das „dicke Buch“.

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