23. Schulfilmwoche - Homepage Frankenlandschule

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Der Weg in den Extremismus und zurück

Der Film "Hassjünger" zeigt am Beispiel zweier Extremisten den Ausweg aus der Gewalt

„Es gibt keinen Zweifel mehr: Deutschland hat ein massives Problem mit Hass und Gewalt“. Mit diesen Worten des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier begrüßte Schulleiter Torsten Mestmacher die anwesenden Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Wirtschaft sowie die Industriekaufleute im dritten Ausbildungsjahr zur Vorführung des Films „Hassjünger“. Steinmeier hatte sich am Tag zuvor bei einem Treffen mit Lokalpolitikern besorgt darüber geäußert, dass Hass und Hetze in unserem Land immer mehr zunehmen und sich auch immer öfter in offener Gewalt äußern. Der Film „Hassjünger“ geht der Frage nach, wie zwei durchschnittliche Jugendliche zu gewaltbereiten Extremisten werden konnten: Dominic Schmitz war acht Jahre lang Salafist, Felix Benneckenstein war zehn Jahre lang Neonazi. Die beiden fanden den Weg heraus aus der Spirale der Gewalt und werden daher heute von ihrem früheren Umfeld angefeindet und bedroht. Die beiden Regisseure Maximilian Damm und Julia Knopp lassen die beiden in ihrem Film ausführlich zu Wort kommen und geben dem Zuschauer dadurch die Möglichkeit, die Lebenswege und Motive der beiden Jugendlichen zu verstehen. Man erkennt die Parallelen zwischen politischem und religiösem Fanatismus, beide Jugendliche fanden in ihrem extremistischen Umfeld den Halt und die Bestätigung, die ihnen zuvor in ihrer Familie und im Freundeskreis gefehlt hatten. Beide kommen aber auch – und das ist der durchaus optimistische Ansatz des Films – zu der Erkenntnis, dass sie „zu Menschen wurden, die sie nie sein wollten“. Einziger Lebensinhalt war jetzt die Ideologie. Diese ernüchternde Einsicht verlieh schließlich beiden Protagonisten des Films die Kraft zum Ausstieg. Im Rahmen der Schulfilmwoche lief „Hassjünger“ an zehn Schulen im Neckar-Odenwald-Kreis, die Frankenlandschule beteiligte sich nach 2018 („Die Arier“ von Mo Asumang) zum zweiten Mal. Schulleiter Torsten Mestmacher betonte in seiner Begrüßung, dass das respektvolle und friedliche Zusammenleben der Schulgemeinschaft von jeher ein ganz wesentlicher Leitgedanke an der Frankenlandschule ist, alle Schüler genießen hier unabhängig von Religion, Geschlecht oder Herkunft dieselbe Wertschätzung. Er bedankte sich bei den Veranstaltern der Schulfilmwoche – Alexander Weinlein, Markus Dosch und Rosemarie Schwab von der Initiative „Herz statt Hetze Neckar-Odenwald-Kreis“ – für ihr großes Engagement und bei Herrn Oberstudienrat Andreas Geier sowie Oberstudienrat Frank Stephan für die Gesamtorganisation. Die Organisatoren stellten bereits am Beginn der Veranstaltung den Film und dessen Intention kurz vor und betonten hierbei die Aktualität der Thematik angesichts der erschreckenden Anschläge von politischen und religiösen Fanatikern in den vergangenen Jahren bis hin zum rassistischen Anschlag in Hanau vor wenigen Wochen. Stellvertretend für Regisseur Maximilian Damm, der leider morgens kurzfristig abreisen musste und daher für Fragen nicht mehr zur Verfügung stehen konnte, beantworteten die Organisatoren von „Herz statt Hetze“ im Anschluss an die Filmvorführung auch noch die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Insgesamt konnte der Film sehr gut verdeutlichen, dass politischer wie religiöser Extremismus zwar meist in kleinen Schritten beginnt – zum Beispiel mit dem Bruch mit der eigenen Familie oder bisherigen Freunden – letztendlich aber immer in blinde Ideologie, Hass und Gewalt mündet.

 
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